Warnitzer Lesungen: Peter Waterhouse

Schreiben als Krimi: Mehr als zehn Jahre lang arbeitet der Schriftsteller und Übersetzer Peter Waterhouse an einem Epos mit dem Titel „Z Ypsilon X“, das nachzuvollziehen versucht, wie der eigene Großvater, ein passionierter Literaturliebhaber mit eigener Bibliothek, zum Propaganda-Redakteur des NS-Regimes werden konnte und welche Position die Großmutter dabei einnahm.
Entstanden ist ein literarisches Jahrhundertwerk. Dem Film „Tod einer Zeugin“ (1970, Folge 16 der TV-Kultserie „Der Komissar“) ist eine längere Passage im Buch „Z Ypsilon X“ gewidmet. Im Essay „Der Fünfzehnjährige und die SS“ untersucht Peter Waterhouse die Erinnerungen des ehemaligen SS-Mannes Herbert Brunnegger „Saat in den Sturm“, der seine SS-Ausbildung als Fünfzehnjähriger 1938 im KZ Sachsenhausen erinnert. Erst 1965 begann Brunnegger, mehrere Jahre lang über diese Zeit zu schreiben, das Buch erschien 2000 im Stocker Verlag Graz – erschreckend unreflektiert. Die Beobachtungen von Waterhouse an einer Sprache, die politisch manipulativ eingesetzt wird, um Diktaturen zu festigen und Kriege vorzubereiten, verfeinern sich in seinem Essay.
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