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SUMMARY:Warnitzer Lesungen: Nanne Meyer – Augenblicklicht
DESCRIPTION:B U  C H P R E M I E R E\n\n„Augenblicklicht“ ist der wunderbar passende Titel des druckfrischen Buches von Nanne Meyer. Er enthält eine Auswahl von Gedichten  und Texten\, die sie über fast fünzig Jahren hinweg in zahlreiche Hefte und Notizblöcke schrieb.\n\n„NAMEN : meine abwaschbürste heißt lola meine schreibmaschine heißt comtesse mein teesieb heißt sonja die glühbirne heißt osram ich heiße meyer“\n\nNanne Meyer ist Zeichnerin\, und als solche besonders interessiert an den Augenblicken des Hinschauens und dem Licht des Erkennens\, ergo der Erkenntnis. In ihren Zeichnungen und Collagen geht es um das Fragile\, leicht Übersehene\, Vergängliche und Randständige. Dabei sucht sie besonders die Übergänge und Hintergründe\, die alles mit allem verbinden. Mit ihrem klugem Humor zeichnet sie ganze Geschichten auf diverse Papierarten und -formate\, wie z.B. auch auf alte Landkarten. Ihre Werke wurden in zahlreichen Ausstellungen gezeigt\, aktuell sind sie in der großen Einzelausstellung „Gezieltes Umherirren“ in der Orangerie der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe zu sehen.\n\nWas dieser Band nun unerwarteterweise offenbart: Nanne Meyer ist ebenso eine begnadete Texterin. Eigenwillig\, mit nimmermüdem Spürsinn und gewitzter Wachheit fragt sie\, kritisiert sie\, philosophiert sie. Ihre Gedichte und Notizen lesen sich wie eine unermüdliche Zwiesprache mit der Welt.\nWarum sie nicht nur zeichne\, sondern auch schreibe? Sie ist fasziniert von der Magie einzelner Worte\, die sie anziehen und mit denen das Schreiben beginnt. »Es gibt Worte\, die eine Magie auf mich ausüben\, es ist wie ein Sog\, dem ich mich nicht entziehen kann. Die Wirkung solcher Worte sind nicht vorhersehbar. Sie lassen sich zunächst nichts anmerken\, sind nichts Besonderes\, haben keine außergewöhnlichen Merkmale und entfalten ihre Wirkung immer erst durch die Nachbarschaften\, in denen sie wohnen. Wird so ein Wort plötzlich aktiv\, überstrahlt es den gesamten Text. Wie bei einer Überbelichtung werden alle anderen Worte im gleißenden Licht unsichtbar und verdorren\, unabhängig davon\, ob ich lese oder zuhöre.«\n\n\n\n\n\nFoto: André Smits\nNANNE MEYER\, 1953 in Hamburg geboren\, konzentrierte sich bereits während ihres Studiums an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg auf das Zeichnen und die Verhältnisse von Sprache und Bild. Sie erhielt zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen\, u.a. 1982/83 ein DAAD-Stipendium in London\, 1986/87 das Villa Massimo Stipendium in Rom und 1996 das Arbeitsstipendium der Djerassi-Artist-Foundation in Woodside/Kalifornien USA. 2013 wurde sie mit dem Künstlerinnenpreis NRW für Zeichnung und 2014 mit dem Hannah Höch Preis für bildende Kunst des Landes Berlin ausgezeichnet. Von 1994 bis 2016 war sie Professorin an der weißensee kunsthochschule berlin. „Augenblicklicht. Gedichte & Texte 1980–2025“ ist erschieden in der Friedenauer Presse / Matthes & Seitz Berlin.
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SUMMARY:Warnitzer Lesungen: Eva-Martina Weyer – Tabakpech
DESCRIPTION:„Tabakpech“ erzählt eine große Familiengeschichte im unteren Odertal\, wo die Grenzen von Preußen und Pommern\, von Hochdeutsch und Platt verwischen. Einst war die Region ein Zentrum des deutschen Tabakanbaus\, Hugenotten hatten diese Kultur mitgebracht. Der Tabak gab der Region Wohlstand\, er wurde zum „Gold der Uckermark“. Doch nicht jedem schenkte er auch Glück. Tabakpech\, der Saft\, der beim Ernten aus der Pflanze tritt\, klebte schwarz an den Händen der Bauern. Auch an Elfie\, der Hauptfigur\, blieb er kleben und verhinderte ihren Traum\, in Berlin zur Sängerin ausgebildet zu werden. Der Roman erzählt von einem Frauenleben und einer Familiengeschichte von 1930 bis 1995. Mit der Hauptfigur Elfie erlebt man beim Lesen die Zeiten des Umbruchs durch den Zweiten Weltkrieg\, liest von der LPG-Wirtschaft in der DDR\, vom Mauerfall und vom schließlichen Niedergang des Tabakanbaus in der Region. \n„Das mitreißende Portrait einer Frau und ihrer (Dorf-)Familie in Zeiten des Umbruchs.“  (Märkischer Sonntag) \nEVA-MARTINA WEYER wurde 1961 in Anklam geboren und wuchs in Schwedt an der Oder auf. Nach dem Studium der Journalistik arbeitete sie fast vierzig Jahre bei der Märkischen Oderzeitung. Schon immer recherchierte Eva-Maria Weyer umfangreich zum Tabakanbau in der Uckermark. „Tabakpech“ ist ihr erster Roman.
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SUMMARY:Warnitzer WM-Lesung
DESCRIPTION:Helmut Böttiger\, Autor\, Kritiker und Mitglied der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur\, liest aus seinen speziell dem Fußball gewidmeten Büchern „Schlußball. Die Deutschen und ihr Lieblingssport“\, „Kein Mann\, kein Schuss\, kein Tor. Das Drama des deutschen Fußballs“ und „Günter Netzer – Manager und Rebell. Autorisierte Biographie“. \nAnschließend gibt es ein Gespräch mit Helmut Böttiger und Jörg Schieke. Jörg Schieke ist sowohl Autor als auch Innenverteidiger der deutschen Autorennationalmannschaft. Er berichtet von der Idee einer Nationalmannschaft der Autoren\, die international gegen andere Autorenfußballteams antritt und liest kürzere eigene Texte zum Fußball.\n( Deutsche Eiche\, Lindenallee 54a\, 17291 Warnitz ) \nFoto: Cordula Giese\nHELMUT BÖTTIGER\, geboren 1956\, ist Autor\, Literaturkritiker und Essayist. Er promovierte mit einer Arbeit über Fritz Rudolf Fries und die DDR-Literatur und ist als Literaturkritiker unter anderem für das Deutschlandradio und die Süddeutsche Zeitung tätig. 2013 erhielt er für seine Analyse der Geschichte der Gruppe 47 den Preis der Leipziger Buchmesse im Bereich Sachbuch / Essayistik. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher\, u.a. Das herausgemeißelte Jahrhundertwerk. Peter Weiss und seine Ästhetik des Widerstands (2017)\, Wir sagen uns Dunkles. Die Liebesgeschichte zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan (2017)\, Celans Zerrissenheit. Ein jüdischer Dichter und der deutsche Geist (2020)\, Die Jahre der wahren Empfindung. Die 70er – eine wilde Blütezeit der deutschen Literatur (2021)\, Czernowitz. Stadt der Zeitenwenden (2023) und Die Gegenwart durchlöchern. Beiträge zur neueren deutschen Literatur (2024). \nJÖRG SCHIEKE\, geboren 1965 in Rostock\, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig\, arbeitete als Redakteur der Literaturzeitschrift EDIT sowie als Lektor beim Gustav Kiepenheuer-Verlag Leipzig. Neben seiner Tätigkeit als Literatur-Kritiker\, Kolumnist\, Redakteur und Sprecher für MDR Kultur moderiert er Veranstaltungen und gibt gelegentlich Seminare für literarisches Schreiben. Jörg Schieke veröffentlichte Lyrik und Prosa; zuletzt Silverman schickt mich. Gedichte (2024)\, im Herbst erscheint ein neuer Gedichtband.
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SUMMARY:Warnitzer Lesungen: Angela Winkler – Mein blaues Zimmer. Autobiographische Skizzen
DESCRIPTION:Die Schauspielerin Angela Winkler werden viele aus den Literaturverfilmungen „Die Blechtrommel“ und „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ kennen. Filme nach Romanen von Günter Grass und Heinrich Böll\, Regie Volker Schlöndorff sowie Margarethe von Trotta. Als Theaterschauspielerin  arbeitete Angela Winkler mit bekannten Regisseuren wie Peter Zadek\, Klaus-Michael Grüber\, Luc Bondy und Robert Wilson zusammen. Nachhaltigen Eindruck hinterließ ihr „Hamlet“ in der furiosen Inszenierung Peter Zadeks 1999 an der Berliner Schaubühne\, der Hamlet mit einer Frau besetzte. Weitere Mitspieler waren damals Eva Mattes\, Otto Sander und Ulrich Wildgruber. \n\nEigentlich führt die Schauspielerin Angela Winkler mehr als ein Leben – für die Bühne\, für den Film und gleichermaßen für ihre Familie. In »Mein blaues Zimmer« erzählt sie warmherzig und offen von all den Dramen\, die im Leben plötzlich eintreten: den verpassten Augenblicken\, Möglichkeiten und Unglücken ebenso wie von den Glücksmomenten\, Erfolgen und prägenden Begegnungen.\nGeboren wurde Angela Winkler in der Uckermark\, in Templin. Die Familie floh nach Hamburg\, später zog sie nach Erlangen. Ihre Mutter war musisch begabt\, der Vater Amtsarzt und gegen den Schauspielunterricht seiner Tochter. Angela Winkler erinnert sich an ihre Anfänge als Schauspielerin am legendären Theater in Castrop-Rauxel und beim Neuen Deutschen Film\, an die vielen fast verfallenen Häuser in Italien und Frankreich\, die sie gemeinsam mit ihrem Mann\, dem Bildhauer Wiegand Wittig\, umgebaut und zum Leben erweckt hat. „Alle sieben Jahre sind wir umgezogen\, haben zusammen alte\, verfallene Häuser aufgebaut\, und kaum waren sie fertig\, sind wir weitergezogen.“\nWir stehen mit Angela Winkler auf der Bühne und vor der Kamera\, begleiten sie bei ihrer Zusammenarbeit mit Regisseuren Zadek\, Grüber\, Wilson oder Schlöndorff – und bei ihren kleinen und großen Fluchten aus dem Theaterbetrieb. Einfühlsam\, auf ihre ganz eigene Art\, erzählt sie von ihrer Familie\, ihrer Mutter\, die über 100 Jahre alt wurde\, von der Geburt ihrer vier Kinder und nicht zuletzt vom Altsein als Künstlerin. „Wenn ich auf meine Arbeiten\, meine Rollen zurückschaue\, bleibt mir vom Leben in dieser Zeit viel mehr in Erinnerung\, wo und wie wir in der Zeit lebten\, wie groß die Kinder waren\, welches Haus\, welcher Garten…“\nAngela Winkler ist eine außergewöhnliche Frau\, die mit eigenem Kopf durch die Welt geht und allem so viel Eigenwilligkeit wie möglich entgegensetzt. Das 240 Seiten starke Buch enthält keine Memoiren im engeren Sinn\, sondern mithilfe der Dramaturgin Brigitte Landes sensibel zusammengestellte autobiographische Skizzen\, darunter Zitate aus Schulheften\, in denen Angela Winkler seit vielen Jahren tagebuchartig reflektiert. \n„Das Bodenständige\, das Häuslich-Praktische\, das Bauen und Gärtnern ‚ohne Arbeitshandschuhe‘ als den Kopf\, das Herz und die Seele frei machender Kontrast zum Geistigen. Und dann mit Auto oder Flugzeug von der Scholle direkt ins Schauspielhaus der großen Stadt\, wie auch immer die heißt. ‑ ‚Ich brauche den frischen Wind\, um im Theater zu arbeiten. Bin kein Stadtmensch und komme bloß nach Berlin\, wenn ich hier arbeite. Seit ich Kinder habe\, haben wir auf dem Land gelebt‘ – in Ligurien\, in der Auvergne\, Bretagne oder auf Krautsand\, einer Insel in der Elbe.“ (taz) \n„Dieses Buch ist ein Geschenk – neugierig und diskret\, sinnlich und beredt\, von generöser Art und mit dem Charme sinnlicher lebensfreude erfüllt.“\n(Irene Bazinger\, FAZ) \n\n\nANGELA WINKLER\, geboren 1944 in Templin\, zählt zu den großen Schauspielerinnen unserer Zeit. Durch Rollen in den Volker-Schlöndorff-Filmen »Die verlorene Ehre der Katharina Blum« und »Die Blechtrommel« wurde sie in den 1970er-Jahren zu einem nationalen wie internationalen Star. Doch ihre Liebe galt und gilt dem Theater. Von Kritikern und Publikum gleichermaßen gefeiert\, arbeitete sie mit berühmten Regisseuren wie Peter Zadek\, Klaus-Michael Grüber\, Luc Bondy oder Robert Wilson zusammen. 2011 veröffentlichte sie ihr Debütalbum mit Chansons. \n 
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SUMMARY:Warnitzer Lesungen: MIRCEA CARTARESCU – THEODOROS
DESCRIPTION:MIRCEA CARTARESCU – THEODOROS \nVORGESTELLT VOM ÜBERSETZER ERNEST WICHNER. Der rumänische Autor Cărtărescu verwebt in seinem epochalen Roman Historisches\, Fantastisches und Philosophisches mit schrecklich-schönen Abenteuergeschichten – zu einem Weltganzen\, das bis in unsere Zeiten\, bis zum Jüngsten Gericht reicht.
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SUMMARY:Wir sind Biosphäre! Ein Abend für unsere Landschaft.
DESCRIPTION:Prominente Uckermärker und Uckermärkerinnen verlesen die aktuelle Schutzverordnung des UNESCO-Biosphärenreservates: Donata Wenders (Fotografin\, Kamerafrau) Manuela Reichardt (Autorin\, Kritikerin\, Radiomoderatorin) Simon Strauß (Autor\, Theaterkritiker der FAZ) Andres Veiel (Autor\, Dokumentarfilmregisseur) \nAnschließende Publikumsfragen beantworten Hartmut Lindner (Bürgerinitiative „Wir-sind-Biosphäre!“) und Michael Egidius Luthardt (Forstwirtschaftler und promovierter Waldökologe). \nEine Veranstaltung der Warnitzer Lesungen. \nZur Petition: https://www.openpetition.de/petition/online/haende-weg-vom-biosphaerenreservat-schorfheide-chorin
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SUMMARY:Warnitzer Lesungen: Andreas Rötzer – Leseempfehlungen zur Buchmesse
DESCRIPTION:Andreas Rötzer\, Verleger des renommierten Verlages Matthes & Seitz Berlin\, wird wie traditionell in jedem Buchmessefrühling neue und aufregende Bücher aus seinem Programm vorstellen\, darunter Romane\, Lyrik und Sachbücher zu aktuellen Themen sowie Neuerscheinungen aus den speziellen Reihen des Verlages. Letztere reichen von A wie Asiathek über Batterien\, Dichtung\, Dritte Natur\, Französische Bibliothek\, Fröhliche Wissenschaft\,  Paperback\,  Naturkunden\, punctum\, Rhinozeros und Theologische Brocken bis Z wie Zeugnisse & Dokumente.\nUnd natürlich wird es auch einen Büchertisch geben.\n\n\n\n\n\n\nWir freuen uns auf einen tollen Lektüreabend und einen großen Büchertisch voller spannender Leseabenteuer!\n\n\nEintritt: 8 € / 4 € (Ermäßigung für Schüler\, Studenten und Sozialleistungsempfänger) \n\nWeitere Infos und Fotos siehe :  https://warnitzerlesungen.de/7-maerz-2026-19-uhr-andreas-roetzer-novitaeten-aus-dem-verlag-matthes-seitz-berlin-mit-buchverkauf/
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SUMMARY:ANDRES VEIEL – DER KICK\, EIN LEHRSTÜCK ÜBER GEWALT
DESCRIPTION:Im Jahr 2002 rückte ein Mord das uckermärkische Dorf Potzlow in die Schlagzeilen der internationalen Presse. Daraufhin recherchierte der Regisseur und Autor Andres Veiel über Monate in Potzlow\, sprach mit den Tätern\, Dorfbewohnern sowie Angehörigen von Opfer und Tätern. Die Ergebnisse sind auf 1500 Seiten Gesprächsprotokoll festgehalten. Veiel studierten im Weiteren Akten\, Verhörprotokolle\, Anklage\, Plädoyers und Urteil des Gerichtsprozesses. Aus den Ergebnissen dieser siebenmonatigen Recherchen entstanden ein Dokumentarfilm\, ein Theaterstück und ein Buch\, das an diesem Abend von Andres Veiel vorgestellt wird. „Der Kick“ ist eine beklemmende Fallstudie über eine entwurzelte Jugend\, Rechtsradikalismus\, deutsche Traumata und Gewalttraditionen. \nMarinus Schöberl war 16 Jahre alt\, als er von drei Kumpels nach stundenlanger Misshandlung getötet wurde. Die Jugendlichen schlugen auf ihr schwächeres Opfer über Stunden hinweg ein und töteten es schließlich durch einen Sprung auf den Hinterkopf – hingerichtet nach dem Vorbild des Bordsteinkicks aus dem Film American History X. Die Täter vergruben den Leichnam in der Jauchegrube. Erst vier Monate später wurde er gefunden. Erwachsene Zeugen hatten nicht eingegriffen\, sondern über Monate geschwiegen. „Da kein Ausländer zugegen war\, haben die Täter einen aus ihrem Dorf genommen und ihn kurzerhand zum Juden erklärt“ – so später der Staatsanwalt in seiner Stellungnahme. \nDie Gewalt der Tat aber beginnt nicht in dieser Nacht; sie findet sich fortwährend in den Lebensgeschichten der Beteiligten und deren Familien: 1942 im Umgang mit den polnischen Fremdarbeitern\, in den 90er Jahren im Umgang mit den „neuen“ Fremden. Sowohl die Familie der Täter als auch die des Opfers sind in der Dorfgemeinschaft nie wirklich angekommen. Über die Montage der verdichteten Gesprächsprotokolle versucht „Der Kick“\, den Strukturen und Biographien hinter der Tat eine Sprache zu geben. Über das Entsetzen hinaus sollen vor allem Fragen zugelassen\, Brüche ausgehalten und zumindest ein Bruchteil verstanden werden. \nIn einem Interview sagt Andres Veiel: „In der Öffentlichkeit wurden die Täter auf kalte\, unberührbare Monster reduziert\, rechtsradikale Mörder ohne Reue\, ohne Reflektion. Das ganze Dorf stand unter dem Generalverdacht\, die Tat zu decken. In den Medien und aus der Politik wurden formelhaft die üblichen Klischees als Ursache der Gewalt zitiert: Perspektivlosigkeit\, Alkoholismus\, Arbeitslosigkeit. Schon beim zweiten Blick auf den Fall wird deutlich\, dass diese Zuweisungen nicht weiterhelfen. In den meisten Debatten wurden die Täter in einen Monsterkäfig gesperrt. Wir wollten sie da von Anfang an herausholen. Wir geben den Tätern eine Biografie\, sie werden zu Menschen\, die aus der Mitte der Gesellschaft kommen. Das ist die eigentliche Provokation. Der Mord ist in Potzlow passiert\, aber Potzlow ist überall.“ \n„Ein kluges\, nüchternes\, auf beklemmende Weise hellsichtiges Buch.“\n(Frankfurter Allgemeine Zeitung) \n„Das Buch ist ein eindrucksvolles Protokoll einer sozialen Aufmerksamkeit.“\n(Frankfurter Rundschau) \n„Dieses Buch hat das Zeug zum Klassiker\, sowohl als exemplarische Analyse eines Verbrechens als auch als ein Geschichtsbuch der Gegenwart.“\n(Süddeutsche Zeitung) \nANDRES VEIEL\, geb. 1959\,  ist Autor und Regisseur. Er studierte an der FU Berlin Psychologie und absolvierte parallel von 1985 bis 1989 eine Regie- und Dramaturgieausbildung im Rahmen der internationalen Regieseminare Berlin unter Leitung des polnischen Regisseurs Kieslowski. Veiels Werke thematisieren oftmals die Hintergründe und Zusammenhänge von biografischer und historischer Gewalt\, er gilt als einer der profiliertesten Vertreter einer politisch engagierten Kunst. Merkmal seiner Arbeitsweise sind intensive\, teilweise mehrjährige Recherchen. Für seine Dokumentarfilme – u.a. Die Überlebenden (1996)\, Black Box BRD (2001)\, Die Spielwütigen (2004)\, Der Kick (2006)\, Beuys (2017)\, Riefenstahl (2024) -\, für seine Spielfilme – u.a. Wer wenn nicht wir (2010)\, Ökozid (2020) -\, für seine Theaterstücke – u.a. Die letzte Probe (1989)\, Der Kick (2005)\, Das Himbeerreich (2013)\, Welche Zukunft?! – Let Them Eat Money(2017) – und für seine Sachbücher erhielt er zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen. Seine Theaterstücke wurden u.a. am Theater Basel\, am Schauspiel Stuttgart\, am Gorki-Theater und am Deutschen Theater Berlin aufgeführt. Für sein filmisches Gesamtwerk verlieh ihm die Akademie der Künste 2005 den Konrad-Wolf-Preis\, 2006 erhielt er den Hauptpreis zur Förderung der Deutschen Filmkunst der DEFA Stiftung und 2017 das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse.\nAndres Veiel lebt in Berlin und im Barnim. \nIn Zusammenarbeit mit der ‚Heike-Schulze-Stiftung‘ Joachimsthal (www.heike-schulze-stiftung.de).
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SUMMARY:Lesung: Marion Poschmann – Die Winterschwimmerin
DESCRIPTION:Marion Poschmann schrieb mit ihrem Buch „Die Winterschwimmerin“ eine begeisternde Verslegende über das Glück des Eisbadens. Auch in der Uckermark lieben inzwischen nicht Wenige den Gang ins kalte Wasser\, deshalb verbinden wir die Lesung mit einem realen Winterschwimmerlebnis. Ortsvorsteher Daniel Ruff lädt am Nachmittag um 14 Uhr zum gemeinsamen Anbaden ein (Öffentliche Badestelle der Gemeinde Warnitz\, Poststraße/ Uckerpromenade)\, zum Aufwärmen gibt es Gegrilltes und Glühwein.\nAm Abend um 19 Uhr dann liest – als wärmender Höhepunkt des Badesaisonstarts 2026 – Marion Poschmann aus ihrem Buch. Im Saal der Deutschen Eiche wird für alle der Wirt Holger Rudolf den Bullerofen ordentlich angeheizt sowie Glühwein\, warmes Essen und genügend weitere heiße plus kalte Getränke im Angebot haben. \n\nWährend der Coronazeit wurde Marion Poschmann zur Winterschwimmerin. Eine Leidenschaft\, die auch anderen Literaten wie Johann Wolfgang von Goethe und Alexander Puschkin oder dem Suhrkampverleger Siegfried Unseld nachgesagt wird. Diese für sie neue Erfahrung ließ Marion Poschmann unmittelbar in ein Buch einfließen. Thekla\, die Hauptfigur\, taucht ein in die Elemente\, sie wandelt in Kälte und Hitze\, Wasser und Feuer. Sie schwimmt in offenen Gewässern\, auch bei eisigen Temperaturen. Thekla erlebt einen ganzkörperlichen Erkenntnisprozess und versucht in der winterlichen Landschaft\, sich selbst\, das Verhältnis zwischen Leib und Seele\, Natur und Geist zu erforschen. Während sie in das atemberaubend klare Wasser eintaucht und mit der Gewalt der Kälte umgeht\, findet sie zu einem Gefühl von Freiheit und Autonomie. Die Begegnung mit einem aus den Dünen auftauchenden Tiger\, angelehnt an eine Novelle Goethes und eine Heiligenlegende aus dem Neuen Testament\, zieht sich wie eine Unterströmung durch das Buch. \n\n\nMarion Poschmann erzählt mit poetischem Schwung von Spannung und Glück einer außergewöhnlichen Naturerfahrung. Von der Lust\, sich selbst zu überwinden\, ungeahnte Fähigkeiten zu entdecken und das Unmögliche möglich zu machen. Zeitgenössische Milieustudie und wundersame Legende verschmelzen im Buch auf faszinierende Weise. \n\n»Es entsteht bei der Lektüre eine zauberhafte Atmosphäre um die Leser:innen\, die sogleich den Wunsch weckt\, es ebenfalls mit dem Winterschwimmen auszuprobieren oder eben einfach in Wald und Flur zu gehen\, um sich selbst als Teil der natürlichen Welt zu spüren.« (exlibris / Schweiz) \n\n„Marion Poschmanns Romane sind sehr lyrisch. Ihr neues Buch ‚Die Winterschwimmerin‘ nennt sie im Untertitel eine ‚Verslegende‘. Kaum hat man es ausgelesen\, möchte man es gleich wieder von vorn beginnen.“ (NDR Kultur) \n\n„Eine beglückende Lektüre…“ (FAZ)  \n\n\nMARION POSCHMANN wurde 1969 in Essen geboren und lebt heute in Berlin. Für ihre Lyrik und Prosa erhielt sie zahlreiche renommierte Preise\, unter anderem den Bremer Literaturpreis 2021 für ihren Lyrikband «Nimbus» und im selben Jahr den Wortmeldungen-Literaturpreis. 2023 erhielt sie den Joseph-Breitbach-Preis für ihr Gesamtwerk. \n\n\n\n\n\nWir freuen uns auf mutige MitschwimmerInnen in See und Text!\nMit allen guten Wünschen für feine\, genüssliche Feiertage und einen schwungvollen Wechsel in ein neues Jahr voller literarischer Überraschungen grüßt herzlich\nCornelia Jentzsch\n\n\n\nEintritt: 8 € / 4 € (Ermäßigung für Schüler\, Studenten und Sozialleistungsempfänger)
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SUMMARY:SIMON STRAUSS – IN DER NÄHE
DESCRIPTION:Vom politischen Wert einer ostdeutschen Sehnsucht\nSeit Januar 2024 war der FAZ-Feuilleton-Redakteur Simon Strauß immer wieder in Prenzlau. Er sprach mit dem Bürgermeister\, Vertretern von AfD und Linken\, der Pfarrerin\, besuchte die Bundeswehrkaserne\, fuhr mit der Polizei Streife – kurz\, er tauchte ein in den Mikrokosmos der brandenburgischen Kleinstadt. Aus seinen Podcasts entstand dieses Buch.
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SUMMARY:Ein Abend für den Dichter\, Romancier und Dramatiker THOMAS BRASCH (1945-2001)
DESCRIPTION:Mit dem Theaterkritiker THOMAS IRMER\nIn diesem Jahr wäre der Dramatiker\, Filmautor und -regisseur\, Lyriker und Übersetzer Thomas Brasch 80 Jahre alt geworden. Sein bisher veröffentlichtes zeitkritisches\, provozierendes\, unverwechselbares Werk wird jetzt um eine posthume Neuentdeckung ergänzt. Aus den Tiefen der Archive tauchte eine nicht realisierte\, verrückte musikalische Filmkomödie auf. „Alles Glück dieser Welt“ ist schärfste Satire über eine deutsch-deutsche Gesellschaft zwischen zwei Kriegen. Der Theaterkritiker Thomas Irmer erzählt von diesem besonderen Fund der Filmgeschichte und kontextualisiert seine Entstehung. Für Kenner von Thomas Brasch eine Neuentdeckung\, für Nochnichtkenner eine wunderbare Einführung in sein Werk.
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